1,3 km Ribisl auf der Kirchfeldallee

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Erstellt von Jakob Friedl am 14.11.2019 um 15:45 Uhr

Der breite grüne Mittelstreifen der 1,3 km langen Kirchfeldallee ist eine Fehlplanung. Es handelt sich um eine Straßenbahnerwartungstrasse auf der nie eine Stadtbahn fahren wird, da diese Trasse von der Stadtplanung abgeschrieben wurde. Eine noch viel größere Fehlplanung ist der fast der gesamte aus starren Formen entwickelte Stadtteil Bauabschnitt I-III. Dort wo kürzlich die Häuser am hässlichsten und billigsten gebaut wurden, sind auch die Mieten am höchsten. Die Kirchfeldallee bietet sich auf voller Länge als öffentlicher Raum für Gärtnerische und Soziale Projekte an, die hier überalle unabhängig voneinander entstehen könnten - dürfte nur ein Anfang gemacht werden.

Text mit Grafiken vergl: http://europabrunnendeckel.de/?p=7703#kirchfeldallee
http://europabrunnendeckel.de/download/ribisl/ribisl_Kirchfeldalleet.pdf

Projektvorschlag: Eine Ribislhecke an der Straßenbahntrasse KirchfeldalleeDie Kirchfeldallee ist nun nach jahrelanger Neubautätigkeit Richtung Papstkreuz über einen Kilometer lang. Sie ist eine wichtige, wenn nicht zentrale Straße für Burgweinting: An ihr liegen der katholische Campus, die Grundschule Burgweinting und das JUZ Utopia, der Sportverein und die Otto-Schwerdt-Mittelschule. Sie führt weiter vorbei am Mehrgenerationenwohnprojekt Allmeind, an einem Kindergarten, dem Kath. Kinderhaus St. Franziskus und dem Brunnerbäcker und endet bei einem Spielplatz und dem leider nur 2. Genossenschaftsbauprojekt in Burgweinting. Vom Ende der KFA aus kann man nun einen Kilometer Richtung JUZ Utopia blicken und sich vorstellen, dass auf dem beidseitig von Bäumen gesäumten grünen Mittelstreifen vielleicht einmal die Straßenbahn fahren wird (auch die Friedrich-Viehbacher-Allee, die vom privaten Stadtteilzentrum BUZ zum Burgweintinger Bahnhof führt, ist seit Ende der 90er Jahre als Straßenbahntrasse vorgehalten). Auf die Stadtbahn können wir uns schon lange und vielleicht nochlange freuen.Der lehmige Schluff-Boden der Straßenbahntrasse, bisher ein Grünstreifen, eignet sich bestens zum Anbau von Ribisl (Johannisbeeren) - und auch anderer Staudenpflanzen.Bis die Straßenbahn realisiert wird, könnten durch Stecklingsvermehrung aus den Burgweintinger Gärten auf der Kirchfeldallee 2durchgehende Johannisbeerhecken entstehen. Die dazwischenliegende Wiese kann als Mulchmaterial dienen, so muß nie gegossen werden. Sicherlich finden sich nach und nach interessierte Anwohner, die die Hecken entsprechend zu pflegen helfen.Wenn die Straßenbahn realisiert wird, könnte sie durch eine essbare Stadt zwischen Ribislhecken entlanggleiten. Während des Trassenbaus können die Pflanzen an andere Stellen des öffentlichen Freiraums versetzt werden, dabei fielen abermals sehr viele Stecklinge an. Die Ribislhecke würde sich also auch in die Seitenstraßen der Wohngebiete ausbreiten – und mit ihr ein sozialer Zusammenhang aus gärtnernden Nachbarn. Der Haken an der Sache: Da der Grünstreifen der Kirchfeldallee für die zukünftige Straßenbahntrasse freigehalten werden muss, darf theoretisch nur in Säcken oder transportablen Hochbeeten gegärtnert werden – es könnte ja sein, dass die Stadtbahnbald ums Eck kommt.Die Stadtverwaltung sollte hier souveräner agieren und sich derweil gemeinsam mit den wühlenden, bauenden und anbauenden Anwohner*innen auf die Stadtbahn freuen, deren Baustelle kulturelle Ideen erfolgreich an andere Stellen des benachbarten öffentlichen Freiraums verdrängen könnte. So könnte eine gute Grundlage für eine sehr interessante Stadtbahnstrecke und Stadtteilkultur gelegt werden.

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