Gesamtpaket für ganz Regensburg

ID: 467
Erstellt von Uli am 17.11.2019 um 20:55 Uhr

Eine Fahrbahn mit Flüsterasphalt zu erneuern, ohne dass eine Sanierungsbedürftigkeit der Fahrbahn vorliegt, scheint mir eine Maßnahme mit schlechtem Kosten-Nutzen-Verhältnis zu sein. Ich habe auch gehört, dass die schallmindernde Wirkung von solchen Flüsterbelägen mit der Zeit wieder abnimmt und verschwindet. Da bin ich aber kein Experte, ich bitte einfach nur darum, diese Maßnahme sorgfältig zu recherchieren und abzuwägen.
Auch eine teure Straßen-Einhausung ist für mich eher die letzte zu erwägende Maßnahme, wenn sonst nichts mehr hilft.

Ich würde es bevorzugen, wenn man zu allererst preisgünstige Maßnahmen mit hohem Wirkungsgrad ergreift:
- Geschwindigkeitsbegrenzungen verschärfen - wie im Lärmaktionsplan bereits vorgeschlagen, aber gerne noch darüber hinaus an vielen Stellen auch tagsüber
- da es leider so ist, dass in Regensburg fast alle KFZ das jeweils geltende Tempolimit NICHT einhalten, sofern der Verkehrsfluss es hergibt, benötigen wir für mehr Lärmschutz dringend und dauerhaft sehr viel mehr Geschwindigkeitskontrollen.
- außerdem müsste endlich mal etwas Effektives gegen den unglaublichen Lärm unternommen werden, den manche pubertierende Jungs mit den "kaputten" Auspüffen ihrer Poser-Autos machen. Nach meinem subjektiven Empfinden verstärkt dieses rücksichtslose Verhalten den gefühlten Verkehrslärm in Regensburg auf mindestens das Doppelte. Würde dieser Angeber-Lärm wegfallen, könnten wir uns wahrscheinlich einen Teil der teuren Lärmschutzmaßnahmen sparen. Gleiches gilt übrigens für die meistens viel zu lauten Motorräder. Die Stadt Regensburg sollte alle Möglichkeiten ausschöpfen, "Poser"-Fahrzeuge und laute Motorräder aus dem Verkehr zu ziehen und zusätzlich ihren bundespolitischen Einfluss (Städtetag) dafür nutzen, dass diese Fahrzeuge generell nicht mehr zugelassen werden.
- eine weitere hilfreiche Sache wäre die Förderung des Radverkehrs durch zwei preiswerte Maßnahmen: zum Einen die Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht (zur Begründung siehe mein Kommentar zur Maßnahme Augsburger Straße), zum Anderen sollte man zwei oder drei Trupps Straßenarbeiter dauerhaft damit betrauen, die vielen Bodenunebenheiten in den Radwegen und den für den Radverkehr nicht gesperrten KFZ-Fahrbahnen zu beheben. Diese Bodenunebenheiten sind für den Radverkehr nicht nur sehr unangenehm sondern auch behindernd. Sie führen meiner Meinung nach dazu, dass weniger Menschen mit dem Rad fahren als es eigentlich sein könnte. Gezieltes Beheben der schlimmsten Holperstellen könnte vielleicht mehr Leute dazu bringen, ihre täglichen Fahrten und ihre Einkäufe mit dem Rad zu erledigen (weil das Radfahren dann nicht mehr so auf die Gelenke und die Wirbelsäule geht und dann auch endlich der Einkauf zuverlässig heil zuhause ankommt). Wie Sie in Ihrem Lärmreduzierungskonzept so schön schreiben: das Entfernen von Bodenunebenheiten führt zu einer Lärmreduzierung ...

Darüber hinaus müsste man aber auch Maßnahmen ergreifen, die nicht ganz so billig zu haben sind:
- Förderung des Radverkehrs durch Bau von Fahrrad- und Fußwegbrücken, fehlenden Wegebeziehungen, Fahrradparkhäusern und Schnell-Radwegen
- endlich mal eine ordentliche Wegweiser-Beschilderung für den Radverkehr, in Anlehnung an das, was man für den KFZ-Verkehr baut, mit fahrradspezifischen Ergänzungen
- Förderung des ÖPNV durch niedrigere Preise sowie mehr und enger getaktete Verbindungen, auch in den Landkreis hinein
- Lärmreduzierung bei den Bussen durch leisere Motoren/Abgasanlagen

Und noch ein Thema, das derzeit noch Zukunftsmusik ist, ich möchte es aber zur Sicherheit trotzdem noch ansprechen:
Keine Lufttaxis und Lieferdrohnen!
Ich weiß nicht, welchen Einfluss eine Kommune auf die Nutzung von Hubschraubern und Drohnen über dem Stadtgebiet hat. Es scheint mir aber offensichtlich, dass die Förderung dieser “Verkehrsmittel” nicht im Interesse der Bürgerinnen und Bürger sein kann. Alle wissen doch, wie laut ein Hubschrauber ist, wie viel Staub er aufwirbelt und dass der Spritverbrauch enorm ist. Und die meisten Menschen wissen auch, welch unangenehmes, lautes und nerviges Geräusch kleine Drohnen machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass elektrisch betriebene Fluggeräte hier so viel besser abschneiden, dass ihr Geräusch nicht mehr als störend empfunden wird. Es ist ja auch so, dass sich der Schall von Fluggeräten erheblich weiter ausbreiten kann als der Schall von Bodenfahrzeugen. Ein einziges Flugtaxi würde auf seiner Strecke mehrere Stadtteile beschallen und dabei die Gesundheit tausender Menschen beeinträchtigen.
Darüber hinaus entsteht durch das Überfliegen von Menschen, Häusern, Grundstücken, Straßen und Plätzen ein gewaltiges Datenschutzproblem. Autonom fliegende Fluggeräte müssen eine Fülle von Informationen über die überflogenen Straßenzüge und Grundstücke, eben über ihre ganze Umgebung sammeln und diese wohl auch an zentrale Rechner weitergeben. Man müsste sich also jedes Mal beobachtet fühlen, wenn man überflogen wird. Selbst die nicht autonomen Fluggeräte bieten nicht die Sicherheit, dass sie keine Daten über uns aufzeichnen - wir können ja nicht sehen, ob die eine Kamera an Bord haben. Und wir können nicht wissen, welcher große Internetkonzern mal wieder auf die Idee kommt, unter Ausnutzung des gerade noch Erlaubten Daten von Flugtaxi- und Drohnenkameras zu verwenden um Sie an Geschäftspartner zu verkaufen, die diese Daten im Rahmen ihrer “berechtigten wirtschaftlichen Interessen” verwenden, um uns noch zielgerichteter mit Werbung zu versorgen oder Dinge zu tun, auf die wir heute noch gar nicht kommen.
Man könnte also salopp ausgedrückt sagen: diese Fluggeräte würden gewaltig nerven. Deshalb sollten die Stadt Regensburg sich auf kommunaler Ebene und auch überregional (kommunale Spitzenverbände) dafür einsetzen, das Flugtaxis und Lieferdrohnen nicht nur keine Förderung erhalten sondern schlichtweg verboten werden. Ausnahmen darf es nur in wenigen Sonderfällen geben, z.B. für hoheitliche Aufgaben, Rettungsdienste, Feuerwehr, etc. oder z.B. die Lieferung von Transplantationsorganen.

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