Abschnitt 1

Verkehr in Regensburg heute

In Regensburg wird der öffentliche Verkehr derzeit mit Bussen organisiert, die tagsüber im 20- oder teilweise im Zehn-Minuten-Takt das Stadtgebiet bedienen.  Die Verbindung zum Umland wird über zahlreiche Regionalbuslinien sowie über fünf Eisenbahnstrecken hergestellt. Das stündliche Schienenangebot ist in den Hauptverkehrszeiten zusätzlich verdichtet. In Regensburg stehen neben dem Hauptbahnhof zwei weitere Schienen-Haltepunkte zur Verfügung, an denen zwischen dem Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und dem städtischen Busverkehr mehr schlecht als recht umgestiegen werden kann. Die Regionalbusse fahren allesamt den Regensburger Hauptbahnhof an und befahren dabei im Stadtgebiet oft dieselben Routen wie die Stadtbuslinien.

Der Anteil der täglichen Wege, welche die Regensburger Bevölkerung mit dem ÖPNV zurücklegt, beträgt 13 Prozent (Mobilitätsbefragung 2011). Dies entspricht in etwa dem Bundesdurchschnitt, ist aber für eine Stadt dieser Größenordnung eher unterdurchschnittlich. Auch die ÖPNV-Nutzung der Bewohner im Umland ist vergleichsweise gering ausgeprägt. Es besteht somit ein nicht unbeträchtliches Potenzial für den öffentlichen Verkehr, wenn es gelingt, diesen attraktiver zu gestalten.

Kommentare (68)

EMKA

28.02.2018 13:15

Der ÖPNV in und um Regensburg muss "höherwertig" werden - stimmt, aber was heißt das? Eine Tram/Straßenbahn? M. E.: nein, wenn das genauso angelegt wird wie in der Vergangenheit das RVV-Busangebot: Grobe Fehler bei Linienführungen, Taktung, Bedarfsanpassung!

Um konkret zu werden: Ich wohne im Westen (Gegend Weinweg) und arbeite an der Uni. Seit 30 Jahren (!) benutze ich arbeitstäglich mindestens für eine Hin- und Rückfahrt den Bus. Fahrzeit: Vor der letzten großen Fahrplanänderung am 10.12.2017: 28 Min. (Linie 6); im Optimalfall sogar 22 Min. (Kombi 2B/C2 + 6 über Arnulfsplatz)! Fahrzeit aktuell: 31 Min.! Wöchentliche Fahrzeit also über 1 Stunde mehr - von den längeren Verspätungszeiten nicht zu reden. Es gibt aktuell keine Verbindung, mit der man annähernd in der früheren Zeit ans Ziel kommt. Das nennt der RVV "Verbesserung"!!
In der alten Version war der Bus gegenüber der PKW-Fahrzeit eine echte Alternative, v.a. wenn man Parkplatzsuchzeit, Kosten, Bequemlichkeit mit berücksichtigt. Die neue Situation nenne ich Planungsversagen, auf bayerisch: Murks!

Apropos letzte Fahrplanänderung: Wer hielt es für eine gute Idee, das 2 Wochen vor Weihnachten zu implementieren?! Das dabei entstehende Chaos hat ja die entsprechenden Fahrgastreaktionen hervorgerufen! Mir taten die Busfahrer/innen leid, und selber bekam ich eine Vorstellung davon, was es braucht, um zum Amokläufer zu werden! Nicht nur unerträgliche Verspätungen von z.T. 15 Minuten sogar in der verkehrsärmeren Zeit nach 19 Uhr (der Hinweis auf die Verkehrsinfarkt-Situation zu den Stoßzeiten ist damit eine Ausrede!), sondern auch eine Vielzahl an Bus-Totalausfällen. Man sagte uns, das sei leider eine Folge erhöhten Krankenstands beim Fahrpersonal, aber konnte man das nicht vorhersehen (Dezember/Erkältungszeit)?
Ich bin mehrere Male aufgrund "ausfallender" Busse z.B. abends, wo es ohnehin nur den 30-Min.-Takt gibt, über eine halbe Stunde völlig verzweifelt an irgendwelchen Haltestellen in der Kälte bibbernd "gestrandet". Aus gesundheitlichen Gründen konnte ich mich leider nicht zu Fuß auf den Weg machen, war daher gezwungen zu warten. Diese unselige Fahrplanänderung (überwiegend -verschlechterung) hätte man mit deutlich weniger Friktionen im Januar (verkehrsärmere Weihnachtsferienzeit) oder noch besser in den Sommerferien machen können!

Überhaupt: Warum werden vor solchen gravierenden Änderungen offenbar in keinster Weise sinnvolle (d.h. mit den richtigen Fragen gestaltete!) Fahrgasterhebungen und Bedarfsrecherchen durchgeführt? Mir ist jedenfalls nichts bekannt geworden. Und warum wurde die Änderung nicht in geeigneter (!) Weise vorab kommuniziert? Eine Flyer-Verteilaktion in den Bussen der Linie 6 wurde mir berichtet - das ging aber (nicht nur) an mir völlig vorbei. Man stand am 10. Dezember ahnungslos an der Haltestelle ...

Und: Warum wird die Kompetenz und alltägliche Erfahrung der Busfahrer/innen bei solchen Aktionen überhaupt nicht genutzt? Einige Fehler und Missstände hätten sicher vermieden werden können, hätte man das eigene Personal einbezogen - die wissen nämlich, was täglich auf der Strecke los ist, was geht bzw. was Probleme macht!
Ein Fahrer sagte mir: "Die 'da Oben' halten sich für so gescheit, da interessiert unsere Meinung nicht. Die haben die Änderung eingeführt und sind danach in Urlaub gegangen oder haben sich krank gemeldet - und wir Fahrer mussten uns von den Leuten beschimpfen lassen." Das ist unfassbar und unakzeptabel!

Frau Maltz-Schwarzfischer, bitte kommen Sie Ihrer Verantwortung als Aufsichtsrat der Stadtwerke Regensburg GmbH nach: Machen Sie die Verkehrsplanung zu Ihrer Chefsache! Es gibt kaum etwas von höherer Priorität für Regensburg! Um ein vernünftiges ÖPNV-Angebot zu schaffen, braucht es Verantwortliche, die sich nicht mit schönen Vorträgen von externen (also nicht ortskundigen, dafür teueren!) Planungs-"Experten" ein X für ein U vormachen lassen, sondern GENAU hinschauen! Es gehört Vor-Ort-Sachverstand einbezogen. Wer von den Verantwortlichen hat sich eigentlich mal ein eigenes Bild von den hiesigen Gegebenheiten gemacht? Wer ist mal die Linien mitgefahren, hat die Busnutzer befragt? Wo sind die Untersuchungen, die von einschlägigen Lehrstühlen an OTH oder UNI sicher viel günstiger zu erstellen gewesen wären?

Stichwort Bedarfsanpassung: Man möge sich bitte die Situation der Uni-Linien anschauen! Das lässt sich beschreiben mit: Masse statt Klasse! Da fahren binnen z.B. 3, 4 Min. ca. 5 Busse (etwa die 6, C2, 2(B), 11, C1 ...) vom ZOB Uni weg, aber nur der erste und zweite Bus transportieren eine nennenswerte Anzahl Fahrgäste, die anderen fahren völlig unterbesetzt hinterher (habe sehr oft weniger als 10 Personen gezählt!). Dazu kommt, dass viele dieser Linien dann in der Albertstraße enden, ohne weiterführende Anschlüsse in vernünftiger Zeit (unter 5 Min.).

Eine völlig ineffiziente Ressourcen-Verschwendung! Ich denke, bei wirklich informierter Verkehrsplanung könnte man ohne wesentliche Mehrkosten eine wesentlich "höherwertige" Situation kreieren! Und das ganz ohne die Wahnsinns-Investitionen für eine Stadtbahn.

Vielleicht z.B., indem die Campus-Linien nicht in der Albertstraße enden, sondern bis Arnulfsplatz laufen und erst da wieder umdrehen - das geht ja, wie Linie 4 zeigt. Die C-Linien müssten auch, zumindest tagsüber, nicht in so hoher Frequenz verkehren - der Bedarf, das würden die Fahrgastzahlen, wenn man sie denn mal systematisch ermitteln würde, zeigen, ist gar nicht da. Beim jetzigen Stand produziert man "erzwungene Völkerwanderungen" von Fahrgästen, die irgendwie versuchen, trotz des schlechten Angebots ans Ziel zu kommen. Das gilt auch für die neue Linienführung der 6: Dadurch ist die Altstadt vom Westen abgehängt, es fällt eine der beiden Versorgungslinien in den Westen praktisch weg, zumal die 6 und 11 so "genial vertaktet" sind, dass man, sollte man eine Linie verpassen, es auch zur anderen Haltestelle nicht rechtzeitig schafft.

Felix Thoma

27.02.2018 01:09

Wie teilweise schon in einigen vorherigen Kommentaren geschrieben wurde, fehlt es im Regensburger ÖPNV-Netz vor allem an
- leistungsfähigen Durchmesserlinien
- Ringlinien insbesondere nördlich der Donau
- direkten Anbindungen von Arbeitsplätzen außerhalb der Innenstadt
- umsteigefreien Bahnverbindungen zwischen den Stadtteilen abseits der bestehenden Bahnhöfe und dem Umland
- attraktiven Park&Ride-Umsteigemöglichkeiten an wichtigen Einfallstraßen

Gelöschtes Profil

26.02.2018 16:15

Der ÖPNV in Regensburg läuft alles andere als Rund. Alle Fahr"Gäste" sind unzufrieden und jeder der irgendeine Möglichkeit hat den ÖPNV in Regensburg zu meiden wird dies tun und tut es auch was die Zahlen auf dieser Seite zeigen!

Man kann jetzt wie es der Rvv macht Ausreden erfinden: zu hoher Krankenstand, allgemein zu hohe Vekehrsbelastung in der Stadt, eine Straßenbahn wäre nötig und so weiter... alles Antworten auf Beschwerdemails von mir!
Oder aber man frägt sich ganz logisch warum der ÖPNV in Regensburg derart besch... läuft. Und das obwohl Regensburg nicht mal so groß ist. Fangen wir mal an:
1. Verspätungen: es ist eigentlich erstaunlich wie es der Rvv auf die Reihe bekommt das wirklich fast jeder Bus zumindest ein paar Minuten Verspätung hat. Doch woran liegt das? Ein erster und wichtiger Grund ist die völlig falsche Erstellung von Fahrplänen. Am Abend und am Wochenende müssen die Busse teilweise an jeder zweiten Haltestelle einige Zeit warten um nicht zu früh dran zu sein. Zu den Stoßzeiten hingegen kann man die Zeiten eigentlich nicht einhalten, außer der Rvv erfindet Busse die sich Beamen können. Dieses Problem wäre so einfach zu lösen: man könnte z.B den Kontrolleuren (die sowieso keinen Sinn haben weil seit gefühlt 20 Jahren die gleichen Gesichter kontrollieren die mittlerweile wohl wirklich jeder kennt) den Auftrag geben alle Zeiten genau aufzuschreiben und dann den Fahrplan mit VERSTAND anpassen. Aber dies ist für die Verantwortlichen beim Rvv wohl eine zu große intellektuelle Herausforderung.
2. Ringsystem: Betrachten wir mal den Verkehrsfluss in Regensburg. Ohne Zweifel, Regensburg ist extrem gewachsen und das Verkehrsaufkommen ist teilweise nicht mehr zu Stämmen. Dennoch: in den allermeisten Straßen kommt man eigentlich trotzdem recht zügig voran-außer an einigen wenigen Nadelöhren. Das größte ist davon um die gesamte Altstadt herum: Hbf, Ernst-Reuter-Platz, Dachauplatz, Thundorferstraße... Jeder Autofahrer in Regensburg weiß genau das er diese Straßen zu Stoßzeiten besser meiden sollte, weil eine einzige Spur, unzählige Ampeln, Bündelung von Geschäften und so weiter einfach immer zu Staus führen - anders die Verantwortlichen beim Rvv: diese schicken bis auf ganz ganz wenige Ausnahmen ( ich kam auf genau eine einzige Linie nämlich Linie 7) jeden einzelnen Bus genau durch diese Nadelöhre. Die Lösung: genauso einfach wie bei Punkt 1: einfach mehrere Hauptknoten errichten (z.B Stobäusplatz, Uni + Dez oder andere geeignete Punkte aber doch bitte nicht jeden einzelnen Bus über die Albertstraße fahren lassen) und die Altstadt-Umgehung über das Justizgebäude befahren. Stichwort Ringsystem, das wie bereits erwähnt schon seit Jahrzehnten gefordert wird! Und in anderen Städten völlig selbstverständlich ist.
3. Überfüllte Busse: Betrachtet man nochmals die Gründe für die vielen Verspätungen stellt man einen einfachen und eigentlich auch logischen Zusammenhang fest: Je voller ein Bus desto mehr Verspätung hat er! Bei sehr sehr vielen Bussen sind so viele Menschen (ob man die Fahrgäste dieser Busse überhaupt als Menschen mit Würde bezeichnen kann ist fraglich) das die Türen nicht mehr zu gehen und der Bus minutenlang still steht. Verspätungen sind da natürlich die logische Folge. Der Rvv würde jetzt sagen: was soll man dagegen machen? Wir können eben nicht vorhersagen wieviel Leute fahren... Auch hier gäbe es aber eine einfache Lösung: das Problem ist sicher nicht das in Regensburg so viele den ÖPNV nutzen würden eher das Gegenteil ist der Fall. Das Problem ist erneut fehlender Intellekt der dafür sorgt, dass bei Linien in denen drei Leute sitzen große Busse eingesetzt werden während bei anderen Linien (z.B. auch manchmal zur Uni/große Schulen, Bmw-Werk, Fußballstadion oder Eishockeystadion) normale, also kleine Busse eingesetzt werden. Auch hier könnten die redundanten Kontrolleure wieder gute und sinnvolle Arbeit leisten und alle Fahrgäste zählen - wie ich selbst es schon in Dutzenden anderen deutschen (Groß-)Städten gesehen habe. Und manchmal muss man eben auch mal in den saueren bzw. teueren Apfel beißen und mehr Busse einsetzen. Diese Investition amortisiert sich im Übrigen auch, weil dadurch mehr Fahrgäste zufrieden sind und damit mehr den ÖPNV nutzen: hier sollte man auch mal nach Dresden schauen wie zufrieden die Fahrgäste dort offenkundig sind.
4. Expresslinien: es ist faktisch so und ich kann dies auch gerne an einer Beispielrechnung beweisen: manchmal ist man tatsächlich sogar zu Fuß schneller am Ziel als mit Bussen. In der heutigen schnelllebigen Zeit wird daher niemand auf Dauer mit dem Bus fahren, wenn er sich auch ein Auto leisten könnte. Dies ist vielleicht traurig aber bei diesen Fahrtzeiten und dem ewigen warten,warten und noch mehr warten in Bussen ist dies auch nicht verwunderlich. Die Lösung ist auch hier sehr einfach und in fast allen anderen Städten Gang und Gäbe: Expressbusse die NICHT(!!!) über die Albertstraße/Fischmarkt fahren. Und übrigens die vom Rvv propagierten Expressbusse X... sind einfach nur Augenwischerei. Denn man spart sich fast nirgends merklich Zeit. Die einzig sinnvolle Linie ist die X1 über die Altstadtumgehung - und jetzt raten Sie wie oft diese Linie verkehrt, Satte zwei mal täglich und am Wochenende garnicht. Na Herzlichen Glückwunsch allen Verantwortlichen beim Rvv.
PS: ich behaupte übrigens nicht das die Planung und Analyse des ÖPNV einer Stadt einfach/trivial ist. Aber vielleicht sollte man mal (der Umwelt zuliebe) die aktuelle Führungsregie dieses Verbunds austauschen und kompetente Beratung in Anspruch nehmen. An einigen deutschen Hochschulen gibt es z.B eigene Studiengänge zur Verkehrsplanung...
So wie es momentan läuft wird sich an der angespannten Verkehrssituation jedenfalls nichts ändern und daran würde auch eine Straßenbahn nichts ändern, wenn weiterhin die gleichen Inkompetenten, beinahe dämlich agierenden Verantwortlichen die Entscheidungen treffen.

Westland-Pendler

26.02.2018 13:27

Gäbe es einen schnellen X-Bus der z.B. von Hemau losfährt, und lediglich noch an der Autobahn-Anschlussstelle Nittendorf und auf Höhe Kneiting Pendler einsammelt um dann bei Pfaffenstein über die Donau nach R-West (Cl. Ferr.Allee/ Westbad) einzufahren, ... DANN! ... wäre sicher schon vielen geholfen!

tk

26.02.2018 10:49

Für meinen Arbeitsweg von Neutraubling nach Burgweinting Ost (Luftlinie 4,5 km) benötigt laut RVV-App die schnellste Verbindung 70 Minuten. Mit dem Rad benötige ich erfahrungsgemäß 15 Minuten, mit dem Auto 10 Minuten wenn kein Stau ist. Das Problem des ÖPNV ist nicht nur der Takt, sondern das sternförmige Netz. Mit dem 30/31er zum Hauptbahnhof, 16 Minuten in der Kälte stehen, mit X9 zurück. Ohne bessere Umstiegsmöglichkeiten bleibt der ÖPNV unattraktiv.

CJ

25.02.2018 19:55

Allmorgendlich und auch allabendlich fahre ich (zum Glück auf dem Fahrradweg) an den Autostauschlangen auf der Pilsen-Allee entlang. Ab und an fährt auch ein Zug entlang, um einiges schneller als die Autos, aber leider ohne Halt am bereits bestehenden Walhalla-Bahnhofsgebäude. Ich denke, damit ist schon alles beschrieben. Warum setzt man nicht die simple, auf der Hand liegende und vermutlich auch nur überschaubare Kosten verursachende Lösung um, sondern befasst sich mit Stadtbahn-Visionen, die wenn überhaupt nur mittel- oder langfristig zu realisieren ist (von den Kosten ganz zu schweigen). Die Inbetriebnahme des Walhalla-Bahnhofs, wie schon von mehreren Ideengebern gefordert, verbunden mit einer schnellen Busanbindung über die Osttangente zu den großen Firmen im Regensburger Osten (BMW, Krones, Continental, Osram...) würde zu einer signifikanten Reduzierung des Autoverkehrs aus dem nördlichen Einzugsgebiet bis hinauf nach BUL und SAD führen und die Problematik des A3-Ausbaus schnell und kurzfristig zumindest ein Stück weit entlasten.

Gehen wir die naheliegende Lösung an!

Max u. Evelinde Hutzler

25.02.2018 13:09

An der festgestellten mangelhaften Nutzung des ÖPNV ist dringendste Verbesserungsnotwendigkeit und Verbesserungspotential ablesbar. Hier gilt es, jahrzehntelange politische Gestaltungsversäumnisse endlich aufzuarbeiten.
Der Hauptkonkurrent zum ÖPNV ist der PKW-Individualverkehr. Um den ÖPNV diesbezüglich konkurrenzfähig zu machen, wären folgende Maßnahmen unerlässlich.
Das wichtigste ist ein durchgängiger wenigstens 10-minütiger Takt auf allen Linien, an Wochenenden mindestens ein 15- minütiger Takt, innerhalb der Stadtgrenzen. Dann eine merkliche Steigerung des Komforts, vor allem entsprechende Ausstattung der Fahrzeuge und auch der Haltestellen. Es ist zum Beispiel unzumutbar und im Vergleich mit dem PKW extrem nachteilig, dass Fahrgäste an vielen Haltestellen derzeit noch weitgehend schutzlos der Witterung ausgesetzt sind. Zudem sollten die Haltestellen von jedem Punkt aus fußläufig in 5 Minuten erreichbar und mit einem zeitgemäßen Informationssystem ausgestattet sein.
Gefordert ist auch ein kostengünstiges und einfach durchschaubares Tarifsystem.
Das zukünftige System nur stadtzentriert denken zu wollen, würde zu kurz greifen und wäre ein konzeptioneller Fehler in Bezug auf zukünftige Erfordernisse. Die strikte Einbindung der Region gehört zwingend zu einem zukunftsfähigen Gesamtkonzept.
Das Prinzip ist: ein zukunftsfähiger ÖPNV muss mit dem PKW-Individualverkehr konkurrenzfähig sein und die Region konsequent einbinden.

MW

24.02.2018 14:17

Ich habe einige Jahre in Leipzig und Dresden, also Städten mit gut ausgebauten ÖPNV-Systemen (Straßenbahn, S-Bahn) gelebt und bin 2015 wieder in meine Heimatstadt Regensburg gezogen.
Rein verkehrstechnisch betrachtet kam mir das vor wie eine Rückkehr in die "Steinzeit" des städtischen Verkehrs.
Als Altstadtrandbewohner nutze ich den ÖPNV derzeit so gut wie gar nicht. Bei den meisten innerstädtischen Zielen kann ich die ÖPNV-Reisezeit (incl. Weg von und zur Haltestelle) mit dem Fahrrad problemlos, in einigen Fällen auch zu Fuß unterbieten. Hinzu kommen zur Hauptverkehrszeit überfüllte Busse, sonst zu lange Taktzeiten und häufig unkalkulierbare Fahrzeiten, was vor allem dann schlecht ist, wenn man am Bahnhof auf den Zug umsteigen möchte.
Meine Frau nutzt für Fahrten zur Arbeit notgedrungen das Auto, da die Fahrzeit mit dem ÖPNV ins Umland von Schwandorf etwa 2,5 mal so lang wäre wie die Autofahrt, hinzu kommen unkalkulierbare Anschlüsse Bus-Zug-Bus.
Ich selbst bin in der Stadt überwiegend mit dem Fahrrad unterwegs, sehe aber hier noch großes Verbesserungspotential. Insbesondere fehlende Abstellmöglichkeiten für Räder (Hbf!), das Fehlen durchgehender und baulich getrennter Fahrradachsen auf verkehrsreichen Abschnitten (D.-Martin-Luther-Straße) und lange Wartezeiten an Knotenpunkten empfinde ich als störend. Warum nicht an großen Kreuzungen (z.B. Kumpfmühler Kreuzung) einen Zweirichtungsbetrieb für Radler im Kreuzungsbereich? Funktioniert z.B. in Leipzig problemlos und senkt die Querungszeiten für Fahrradfahrer deutlich. Auch die Nutzung des Alleegürtels als Fahrradstrecke funktioniert nur mit mehrfachem Absteigen an Zebrastreifen und Ampeln.

Ein höherwertiges ÖPNV-System würde ich absolut begrüßen, schon allein deshalb, weil dadurch der weitere Anstieg des Pkw-Verkehrs in der Altstadt vielleicht gebremst werden könnte. Denn dieser hat mittlerweile einen Umfang erreicht, den ich als ziemlich belastend empfinde, vor allem auch, was die Aufenthaltsqualität in der Stadt (Dachauplatz, Ernst-Reuther-Platz etc.) angeht. Auch für Fußgänger ist die Situation an vielen Stellen unbefriedigend, so muss man z.B. auf dem kurzen Stück vom Hbf zur Maximilianstraße dreimal an einer roten Ampel warten, so dass die Ampelwartezeit auf diesem Stück fast höher ist als die reine Gehzeit. Einen Vorrang für umweltfreundliche Verkehrsarten (Fuß- und Radverkehr) kann ich hier bislang nicht erkennen.

Was die Systemfrage eines neuen ÖPNV-Systems angeht, so würde ich vor allem aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen in Dresden und Leipzig (dort habe ich den ÖPNV intensiv genutzt) einem schienengebundenen System den Vorzug gegenüber straßenbasierten Systemen geben. Straßenbahnen sind nach meinen bisherigen Erfahrungen einfach zuverlässiger als Busse, der Fahrkomfort ist deutlich höher, sie werden von den Nutzern tendenziell besser angenommen und vor allem ist die Kapazität (z.B. durch längere Züge) erweiterungsfähig. Und der Auslastungsgrad (bzw. die Überlastung) von ÖPNV-Systemen ist für den Nutzer ein wichtiger Punkt bei der Verkehrsmittelwahl. Wer quetscht sich schon gerne jeden Morgen in einen überfüllten Bus oder bleibt gleich an der Haltestelle stehen, weil er wegen Überfüllung nicht mehr mitgenommen wird? Straßenbahnen haben hier deutlich mehr Reserven für die Zukunft.

Susanne G.

24.02.2018 10:13

Ich arbeite seit 2 Jahre im Gewerbepark Ost. Hier ist dringend eine Bahnanbindung notwendig, der geeignete Bahnhof wäre schon da, aber es halten keine Züge bzw. Stadtbahnen. Die Parkhäuser sind jeden Tag voll. !Tausende von Autos, die die Luft verschmutzen! Pendler müssen umständlich am Bahnhof auf Bus umsteigen. Angesichts der geplanten Verbannung der Dieselfahrzeuge in Regensburg ist es eine Schande, dass nur an Pendler per Pkw gedacht wurde. Bahnkunden sind immer noch im Nachteil. Was kostet es, ein Haltestelle hier einzuplanen?